Interview zum Buch von 2009


Frage:

 

Herr Girg, zunächst einmal die Frage aller Fragen, warum ein Buch über die Etikette im Personenschutz?

 

Antwort:

 

Diese Frage wurde in der letzten Zeit schon sehr oft gestellt. Wenn wir uns einmal die ganze Fachlektüre, die es für den Personenschutz gibt, anschauen, werden wir entdecken, dass es hunderte von Bücher rund um den Personenschutz gibt, aber die wenigsten und wenn dann auch nur im minimalen Umfang befassen sich mit der Knigge.  Bei Personenschutzausbildungen, sei es im behördlichen oder in der privaten Sicherheitsbranche, fristet die Etiketteausbildung eher ein Stiefkind -dasein. Deshalb entschloss ich mich, dieses Buch niederzuschreiben, was explizit auf die Bedürfnisse für Personenschützer eingeht

Frage:

 

Gab es einen speziellen Anlass dieses Buch gerade jetzt zu schreiben?

 

Antwort:

 

Einen speziellen Anlass gab es nicht direkt. In dem Buch habe ich sehr viele persönliche Erfahrungen herein gebracht, um den Lesern anschaulich zu verdeutlichen, welche Dinge man unbedingt beachten und umsetzen muss, wenn man gerade im gehobenen Personenschutz erfolgreich tätig sein möchte. Ich habe in den letzten Jahren sehr viele Personenschützer kennengelernt, die alle vom fachlichen auf einem sehr hohen Level tätig waren und sind, aber gravierende Mängel, aufgrund von mangelnder Kenntnis im Bereich der Etikette aufwiesen und dies auf kurz oder lang ein Hindernis im beruflichen Fortkommen darstellen kann.

 

Frage:

 

Warum gehen Sie davon aus?

 

Antwort:

 

Ganz einfach, woran beurteilt Sie ein potentieller Auftraggeber? Natürlich aufgrund der Berufserfahrung, den Qualifikationsnachweisen etc. Dies ist zumeist das Einstellungskriterium. Aber dann im beruflichen Alltag? Eine gefährliche Situation oder gar ein Attentat, kommt doch in der Regel eher selten vor. Aber ihre Umgangsformen müssen Sie jeden Tag auf das neue unter Beweis stellen. Dem Auftraggeber ist im Normalfall völlig egal welche Waffe Sie tragen, aber wenn Sie bei einem großen Empfang, noch nicht einmal die Kunst des Smalltalks beherrschen und ein wenig drastisch gesagt, sich benehmen wie ein Elefant im Porzellanladen, schädigen Sie dadurch das Ansehen des Auftraggebers, was mit aller größter Wahrscheinlichkeit mit dem Verlust des Auftrages enden wird.

 

Frage:

 

Haben Sie hierzu ein konkretes Beispiel?

 

Antwort:

 

Beispiele gibt es genug und habe ich auch in meinem Buch benannt. Sehen Sie ich habe viele Personenschützer kennengelernt, die aus staatlichen Institutionen in die private Sicherheit gegangen sind und dann mehr oder weniger, nicht aus fachlichen Gründen, gescheitert sind. Personenschutz ist auch eine Servicedienstleistung, die man mit der produzierten Sicherheit in Einklang bringen muss. Ohne natürlich den Blick für das Wesentliche, die Sicherheit, zu verlieren.

 

Frage:

 

Können Sie den Lesern an dieser Stelle ein paar hilfreiche Tipps geben?

 

Antwort:

 

(lacht)

 

Den besten Tipp, den ich an dieser Stelle geben kann ist, mein Buch zu kaufen.

 

Frage:

 

 

Okay, das war eine geschäftstüchtige Antwort, aber nun mal Spaß bei Seite. Können Sie den Lesern an dieser Stelle einige Tipps im Bereich der Etikette  geben?

 

Antwort:

 

Das Thema Etikette ist so umfangreich, dass an dieser Stelle nur ein kleiner Einblick fatale Folgen haben könnte, wenn er aus dem Zusammenhang gerissen wird. Was ich an dieser Stelle sagen kann, ist,  dass man sich gerade im Bereich der Knigge ständig weiterbilden muss. Umgangsformen, sozusagen, die alte Schule, sind gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit, wieder sehr gefragt und die Eintrittskarte für einen hochdotierten Job in der privaten Sicherheitsbranche und ein unbedingtes Muss.

 

Frage:

 

Können Sie uns einen Fauxpas schildern, der Ihnen selbst einmal unterlaufen ist?

 

Antwort:

 

(lacht laut)

 

Natürlich, wer sagt ihm passiert so etwas nicht oder ist ihm noch nie passiert, der verdrängt meiner Meinung nach die Wahrheit. Kein Mensch ist davor gefeit, aber wenn man die Etikette beherrscht, wird diese Ihnen helfen, auch die noch so peinlichste Aktion einigermaßen unbeschadet zu überstehen.

 

Frage:

 

Aber dennoch möchten die Leser und ich ein Beispiel aus Ihrem Leben!

 

Antwort:

 

Ich sage nur Hummer! Es ist zwar ein Klischee  behaftetes Beispiel und darf in keinem Buch über die Knigge fehlen, aber eine Geschichte werde ich nie vergessen. Ich war auftragsbedingt in einem gehobenen Restaurant und wurde ebenfalls zu Tisch gebeten. Einzelheiten möchte ich Ihnen an dieser Stelle ersparen, auf jeden Fall war das Ende vom Lied, dass der Hummer samt dem Teller auf meinem Schoß lag und ich die gesamte Aufmerksamkeit leider bei mir hatte.

 

Frage:

 

Was passierte dann?

 

Antwort:

 

Gott sei Dank nicht viel, mein Auftraggeber nahm es sehr sportlich und ich wurde nicht entlassen. Dies war aber für mich das Zeichen, mich intensiv mit der Knigge zu beschäftigen.

 

Frage:

 

Ihr Buch ist nicht von einem Lektor geprüft worden. Warum?

 

Antwort:

 

Weil ich ein authentisches Nachschlagewerk erschaffen wollte, was die Sprache der Menschen in der Sicherheitsbranche spricht. Das Buch ist von der Praxis für die Praxis.

 

Frage:

 

Welche Erfolgsaussichten geben Sie Ihrem Buch?

 

Antwort:

 

Das ist schwer zu sagen. Es ist kein Buch für die breite Masse, da es sich mit den Bedürfnissen von Sicherheitskräften auseinandersetzt. Das mir ein Bestseller, wie zum Beispiel „Vom Winde verweht“ gelungen ist, bezweifele ich doch stark (lacht).

 

Frage:

 

Jeder Autor widmet sein Erstlingswerk zumeist irgendeinem Menschen. Wem widmen Sie Ihr Buch?

 

Antwort:

 

Das ist eine gute Frage (Grinst)! Spaß bei Seite, ich habe ja bereits mehrere eBooks für die Sicherheitsbranche geschrieben, in erster Linie widme ich meine Schriften immer meinen Kindern. Aber in diesem Fall besonders den alten Cracks aus Hilden!

 

Interviewer:

 

Besten Dank, Herr Girg, dass Sie Zeit für dieses Interview hatten. Ich wünsche Ihrem Buch und Ihnen viel Erfolg.

 

Autor:

 

Vielen Dank! Möchten Sie eigentlich auch mein Buch kaufen?

 

Interviewer:

 

(Lacht!) Aber natürlich Herr Girg